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Wer ist der Chef? Sie sind ja doch noch Wölfe und haben Urinstinkte! Herr Schöberl und Schimanski sind mit ihrer Mutter bei mir aufgewachsen. Der dritte Bruder - Schani hat die ersten zwei Jahre bei seiner Familie gelebt. Später hat es sich dann ergeben, daß auch Schani zu uns ins Haus gekommen ist. Man merkte deutlich, daß Schani - in punkto soziales Verhalten - Einiges fehlte. Z.B. beim Füttern - er knurrte, wenn ein anderer seiner Schüssel zu nahe kam, was sich aber mit meiner Einwirkug nach kurzer Zeit legte. Er verhält sich aber auch beim Spielen ganz anders - ihm fehlte eben das Hunderudel in seiner Prägungsphase! Zwischen Schöberl und Schani bestand eigentlich immer eine gewisse Spannung. Weniger von Schanis Seite - Schöberl ist derjenige, der Schani offensichtlich ignoriert. Schani ist eindeutig der Omegehund im Rudel. Oft kann ich sehen, dass Schani versucht, Schöberl zu begrüßen, aber Schöberl beachtet ihn überhaupt nicht. Wenn das Herrchen von Schani in der Nähe ist, dann wird Schani psychisch stärker und versucht oft gegen Schöberl aufzubegehren. Man merkt, dass die Spannung stärker wird. Wenn Schani alleine ist, ist er ein sehr friedlicher Hund, kaum dass er von sich aus raufen will. Wenn er aber im Rudel ist, dann ist er der erste, der eine Rauferei mit fremden Hunden anstrebt. So als würde er den Anderen beweisen wollen was er für ein toller"Kerl" ist. Wenn er mit Schimanski spielt, ist nach kurzer Zeit Schöberl zur Stelle mischt sich ins Geschehen und treibt Schani weg. Schani zieht sich dann zurück und beendet sein Spiel. Meist auf Distanz und bellend. Eines Tages: Ich bin mit den vier Hunden auf der Wiese um ihnen ihr "Laufpensum" zukommen zu lassen. Schani - übermütig will plötzlich einen einmeter großen Plastikverkehrshut zum Spielen verwenden und zerlegen . Mein wiederholtes "Pfui" wird ignoriert. Ich gehe auf ihn zu und hebe drohend die Hand. Schöberl sieht darin offensichtlich, dass er helfend eingreifen muss und fährt auf Schani los - sicher auch, um seine Dominanz zu unterstreichen. Schani hat scheinbar nur darauf gewartet. Schon stellt er sich Schöberl. Dieser, überrascht von der unerwarteten Gegenwehr hat auch schon Schani im Nacken. Mein lautes Schreien wird nicht beachtet und es kommt zum richtigen Kampf. Ich versuche, die beiden an der Halskette auseinanderzuziehen - sinnlos - Schöberl wird durch Schani hinunter gedrückt und der Schani an der Brust zu fassen - dürfte sehr schmerzhaft sein, denn Schani lässt kurz aus - Schöberl fasst das Ohr und hat die ganze Ohrmuschel im Fang. Durch meinen Trennversuch komme ich zu Sturz und liege kurze Zeit unter den Kämpfern. Ich kann die beiden, die nun eine kompakte Masse zu sein scheinen von mir drängen und aufstehen. Es fließt schon viel Blut. Schani hat jetzt Schöberl an der Lefze - Schöberl hat Schani am Oberlauf. Ich bin total außer Atem und mein wiederholter Versuch die beiden zu trennen, bleibt nur ein Versuch. Es sieht ganz scheußlich aus. Ich weiß nicht, wer von den beiden mir mehr leid tut, da sie doch beide "Opfer" ihres Intinktes sind. Schani ist der körperlich stärkere aber Schöberl ist unwarscheinlich schnell. Immer wieder beißt einer wo anders zu und viel Blut fließt. Ein kräftiger Wasserstrahl wäre jetzt richtig. Ich gehe zum Auto - das ca. 60m entfernt ist - und hole die Leine um sie mit Schlägen zu trennen. Doch am Rückweg denke ich, dass sie das jetzt auch nicht mehr trennen kann. Es hat auch keinen Sinn mit den Füßen, denn ich würde sie nur unnötig verletzen und würde nichts erreichen. Bleibt nur zu warten, was da weiter geschieht. Der Kampf dauert jetzt schon gut 10 Minuten! Jetzt ist Schani am Boden. Schöberl stellt den Kampf ein. Ach was ist Schani passiert, er liegt unter Schöberl und hebt so eigenartig eine Pfote. Ich stehe so 1 Meter neben dem Kampfplatz und denke durch "Aus-Schreien" endlich den Kampf zu beenden. Schöberl wendet sich von Schani ab - der sieht wieder seine Chance und stürzt sich noch mal auf Schöberl. Wieder hat er Schöberl ihn im Nacken und Schöberl hat ihn wieder an der Brust. Nach kurzer Zeit liegt Schani wieder am Rücken. Schöberl stellt wieder den Kampf ein und wendet sich wieder ab - jetzt sehe ich meine Chance und springe laut schreiend dazwischen. Schani liegt am Boden und Schöberl springt einige Meter erschrocken weg, um mir auszuweichen. Schwer hechelnd liegen die beiden ca. 10 Meter von einander im Gras und ich stehe, nach Atem ringend, dazwischen. Alle blutverschmiert. Auch ich. Gottlob hat sich Schimanski in den Kampf nicht eingemischt, obwohl er wie ich knapp neben den Kämpfenden stand, Schani wäre sehr schlecht davon gekommen, denn Schimanski hätte sicher Schöberl´s Partei ergriffen. Ich warte einige Zeit, denn ich muß ja die Beiden wieder zusammen ins Auto geben. 15 Minuten später konnte ich sie dann - mit "Bauchweh" in das Auto geben und es herrschte Frieden. |